Makler oder Privatkauf?

Warum der Kauf über Maklerinnen und Makler oft günstiger ist.

Viele Menschen sind überzeugt, dass ein Immobilienkauf von privat günstiger ist, weil keine Maklerprovision anfällt. Aktuelle Analysen und mehrere Studien zeigen jedoch, dass oft das Gegenteil zutrifft. Immobilien, die über Maklerinnen und Makler angeboten werden, sind im Durchschnitt nicht teurer, sondern sogar günstiger und außerdem sicherer im gesamten Kaufprozess.

Makler oder Privatkauf, was lohnt sich.

Makler oder Privatverkauf: ein gängiges Vorurteil.

Viele Kaufinteressierte gehen davon aus: Wenn sie eine Immobilie direkt von der Eigentümerin oder dem Eigentümer erwerben, sparen sie die Maklerprovision und damit bares Geld. Doch eine aktuelle Analyse des Portals Immowelt widerlegt dieses Vorurteil deutlich. Demnach liegen Immobilien, die über Maklerinnen und Makler angeboten werden, preislich durchschnittlich 9,1 Prozent unter den Angeboten vergleichbarer Objekte von Privatverkäuferinnen und -verkäufern. Das bedeutet: Wer glaubt, durch einen Privatkauf automatisch günstiger wegzukommen, irrt möglicherweise. Vielmehr zeigen Daten und weitere Studien, dass Maklerangebote oft näher am Marktwert liegen und Käuferinnen wie Käufern sogar finanzielle Vorteile bringen können.

Warum Maklerangebote häufig günstiger sind

Ein wesentlicher Grund liegt in der Marktkenntnis und realistischen Bewertung. Maklerinnen und Makler arbeiten mit Vergleichsdaten, Gutachten und aktuellen Marktanalysen. Dadurch sind ihre Preise in der Regel deutlich näher am tatsächlichen Marktwert. Private Verkäuferinnen und Verkäufer hingegen neigen dazu, emotional motivierte Wunschpreise aufzurufen, die am Markt kaum durchsetzbar sind. Hinzu kommt das professionelle Marketing: Maklerbüros verfügen über große Reichweiten und nutzen etablierte Online-Portale, Social-Media-Kanäle sowie ihren eigenen Kund:innenstamm. So wird eine Immobilie gezielt und effizient vermarktet, anstatt lange Zeit überteuert auf dem Markt zu stehen.

Auch in der Verhandlung zeigen sich klare Vorteile. Maklerinnen und Makler sind geschult darin, faire Lösungen für beide Seiten zu finden und rechtliche Risiken zu minimieren. Käuferinnen und Käufer profitieren von einer sicheren Abwicklung, bei der Fehler in Verträgen oder Missverständnisse vermieden werden. Gerade bei komplexen Immobiliengeschäften kann dieser Schutz entscheidend sein. Zudem sorgt die gesetzliche Neuregelung der Provision seit Ende 2020 für mehr Fairness: Käufer:innen und Verkäufer:innen teilen sich die Maklercourtage in der Regel hälftig. Damit entfällt die frühere Belastung, bei der Käufer:innen oftmals die gesamte Provision tragen mussten. Das schafft Kostensicherheit und eine klare Kalkulationsgrundlage.

Grenzen und Voraussetzungen

So überzeugend die Analysen auch sind, sie haben ihre Grenzen. Die Auswertung von Immowelt bezieht sich ausschließlich auf Angebotspreise. Es wird also ermittelt, zu welchen Preisen Immobilien inseriert wurden – nicht, zu welchen Preisen sie am Ende tatsächlich verkauft wurden. Zwar deuten die Daten auf ein klares Muster hin, endgültige Aussagen über die realen Verkaufspreise lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Darüber hinaus zeigen sich regionale Unterschiede: In stark nachgefragten Städten wie Berlin, Hamburg oder München ist der Effekt besonders deutlich sichtbar, da Makler:innen hier stark auf marktkonforme Preise achten. In kleineren Städten oder ländlichen Regionen kann der Unterschied geringer ausfallen.

Wichtig ist außerdem, dass auch beim Maklerkauf eine Provision anfällt. Je nach Bundesland liegt diese meist zwischen 3,57 und 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Käufer:innen tragen jedoch seit der Gesetzesänderung nur noch maximal die Hälfte. Hinzu kommen weitere Nebenkosten wie Notar, Grundbuch und Grunderwerbsteuer, die unabhängig von der Verkaufsform entstehen. Nicht zuletzt hängt viel von der Qualität des Maklers oder der Maklerin ab. Ein professionelles und transparent arbeitendes Büro kann Käufer:innen wie Verkäufer:innen entlasten und für Sicherheit sorgen. Wer hingegen an eine unzuverlässige Betreuung gerät, muss mit Verzögerungen oder zusätzlichen Kosten rechnen.

Weitere Studien stützen das Ergebnis

Die Analyse von Immowelt steht nicht allein. Auch andere Untersuchungen bestätigen, dass Maklerangebote häufig günstiger und transparenter sind. Eine groß angelegte Auswertung von McMakler hat rund 300.000 Immobilienangebote untersucht. Das Ergebnis: Objekte, die über Maklerinnen und Makler inseriert wurden, waren im Durchschnitt 4,1 Prozent günstiger als vergleichbare Privatangebote. Auch das Magazin Wohnglück hat den Markt untersucht. In neun von elf deutschen Großstädten lagen die Preise für Wohnungen, die über Makler:innen angeboten wurden, sogar inklusive Provision unter den Preisen privater Anbieter. Besonders deutlich zeigte sich der Unterschied in Berlin, wo die Maklerangebote im Durchschnitt rund 13 Prozent günstiger waren.

Darüber hinaus liefert eine wissenschaftliche Studie von Julius Stoll (Hertie School, 2023) wertvolle Erkenntnisse. Sie untersucht die Auswirkungen der gesetzlichen Neuregelung zur Verteilung der Maklerprovision. Das Ergebnis: Die Provisionssätze sind vielerorts nicht gesunken, teilweise sogar leicht gestiegen. Dennoch profitieren Käufer:innen von mehr Verhandlungssicherheit. Bemerkenswert ist außerdem, dass rund 85 Prozent der Verkäufer:innen keine Verhandlung über die Höhe der Provision führen: ein Hinweis auf die Stabilität der Strukturen im Maklermarkt. Schließlich zeigen auch Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ein klares Bild. Im internationalen Vergleich liegen die Maklerkosten in Deutschland zwar im oberen Bereich, sind durch die Reform von 2020 jedoch deutlich transparenter geworden. Länder wie Schweden oder die Niederlande arbeiten mit niedrigeren Provisionssätzen, unterscheiden sich jedoch auch stark in ihren Marktbedingungen.

Insgesamt ergibt sich aus diesen Studien ein eindeutiges Fazit: Der oft vermutete Preisvorteil beim Privatkauf ist empirisch nicht belegbar. Im Gegenteil sprechen zahlreiche Daten dafür, dass Käuferinnen und Käufer über Makler:innen häufig den besseren Preis und zusätzliche Sicherheit erhalten.

Fazit

Die vorliegenden Daten und Studien machen deutlich, dass der Immobilienkauf über Makler:innen in vielen Fällen nicht teurer, sondern sogar günstiger sein kann. Hinzu kommt: Käufer:innen profitieren von professioneller Marktkenntnis, rechtlicher Sicherheit und einer klar geregelten Provision. Wer Immobilienangebote vergleicht, sollte daher nicht vorschnell davon ausgehen, dass ein Privatverkauf automatisch die günstigere Lösung ist. In vielen Fällen ist der Kauf über Makler:innen die realistischere, sicherere und langfristig kosteneffizientere Entscheidung.

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