Bei einer Wohnungsbesichtigung in Berlin-Friedrichshagen lernten wir ein junges Paar kennen. Die angebotene Eigentumswohnung wäre für die Eltern des Paares interessant gewesen, da diese ihr mittlerweile zu groß gewordenes Haus in Berlin-Mahlsdorf schweren Herzens aufgeben mussten. Die Idee war, in die Nähe der Kinder zu ziehen und hier auch ein Wohngebiet mit besserer Infrastruktur vorzufinden. Leider wurde aus dem Kauf der Wohnung nichts. Doch die Kommunikation war so persönlich und angenehm, dass der Kontakt zu dem Paar danach weiterhin Bestand hielt.

Die Lage der Eltern beschäftigte uns und wir wollten helfen. Wir blieben dran und vereinbarten ein persönliches Treffen mit dem Sohn im Haus der Eltern. Das Schicksal des Paares traf uns sehr. Durch den Vertrauensvorschuss, den wir durch den Sohn erhalten hatten, redete das Paar sehr offen über alles:

Knapp 10 Jahre zuvor hatten sich die Beiden entschlossen, ihr großes Haus in Berlin-Biesdorf aufzugeben und einen altersgerechten Bungalow für den Lebensabend zu errichten. Eben dieses Haus in dem Sie jetzt leben. Leider erschwerte immer wiederkehrende Krankheit den Alltag zunehmend. Vor allem durch die anfallende Gartenpflege war das Haus zu einer großen Belastung geworden.

Die Familie berichtete, dass sie mittlerweile seit fast neun Monaten erfolglos versucht hatte, die Immobilie über einen anderen Makler zu verkaufen. Dieser blieb allerdings erfolglos und man trennte sich am Ende sogar unter besonders unschönen Umständen. Kurz vor Ablauf des Auftrags präsentierte der Makler plötzlich einen Kaufinteressenten und suchte nun ungewöhnlich schnell den Kaufvertragsabschluss. Die Eigentümerfamilie jedoch ist eher vorsichtig, immerhin geht es um sehr viel Geld. Das Ehepaar hatte sich sein Leben lang weitergebildet und ist stets sehr wissbegierig. So kam es, dass sie mehr über den besagten Interessenten wissen wollten. Der Makler teilte mit, dass es sich um ein älteres Ehepaar handelt. Dieses könne den Kauf des Hauses nicht komplett aus eigenen Mitteln begleichen und wolle einen Teil über die Bank finanzieren. Dies sei jedoch nur „eine reine Formsache“ und „man könne den Kaufvertrag bereits bedenkenlos abschließen“. Die Eigentümer hatten in den Medien jedoch etwas zu der Bankenregulierung gehört. „Basel II und Basel III“ waren Begriffe, die sie schon einmal irgendwo gehört hatten. Nach genauerer Recherche stellte sich heraus, dass es sich um Reformen handelte, welche die Schwächen der bisherigen Bankenregulierung beheben sollten. Die Eigentümer erfuhren, dass es nun schwieriger für ältere Kaufinteressenten war, einen Kredit bei der Bank zu erhalten. Die Verbindlichkeit gegenüber der Bank müssten bis zur Rente getilgt sein bzw. müssten die Tilgung im Rentenalter beispielsweise durch eine Pensionszahlung oder Rentenzahlungen abgesichert sein.

Diesen Punkt sprachen die Verkäufer nun beim besagten Makler an, der sich mit der 2013 in Kraft getretenen Regelung augenscheinlich wenig bis gar nicht auskannte. Er müsse sich zunächst erkundigen. Schließlich kam die Rückmeldung des Maklers, dass die Verkäufer damit Recht hätten und dass es im besagten Fall tatsächlich zu Problemen führen könnte. Hier kam nun die Vermutung, dass der Makler von der Regelung wusste und dennoch so schnell wie möglich einen Kaufabschluss bewirken wollte, um vor Ablauf seines Auftrags noch seine Provision zu sichern. Es ist schwer zu sagen was passiert wär, hätte man einen Kaufvertrag ohne verbindliche Kreditzusage der Bank abgeschlossen. In solchen Fällen kommt es häufig zu einer Rückabwicklung des Vertrages, in deren Folge es durchaus zu Schadensersatzansprüchen kommen kann. Auf jeden Fall hätte man viel Zeit und Nerven verloren. Das Vertrauensverhältnis zu dem Makler war gebrochen.

Die Eigentümer hatten nun eine sehr schlechte Meinung gegenüber der Immobilienbranche und den Maklern. Umso schwerer war es für uns, das Paar davon zu überzeugen, dass andere Unternehmen vertrauensvoller arbeiten. Doch aufgrund des schlechten Eindrucks, verursacht durch das Erlebte, konnten wir uns noch nicht über eine Beauftragung einigen. Verblieben sind wir so, dass wir die Immobilie zunächst ausschließlich einem internen Kundenstamm aus unserem Netzwerk anbieten. Ohne damit an die breite Öffentlichkeit zu gehen. So konnten wir mehrere Interessenten generieren. In diesem Prozess lernten die Eigentümer unsere Arbeitsweise genauer kennen und waren von der Art und Weise der Kommunikation sehr angetan. Dies führte zu der schriftlichen Beauftragung zum Verkauf des Hauses. Nach zwei Wochen führten wir die ersten Besichtigungen mit geprüften Kaufinteressenten durch. Insgesamt kam es zu acht Besichtigungen, von denen vier Interessenten in die Endverhandlungen traten.

Am Ende setzte sich ein sehr freundliches, junges Pärchen durch. Der Kreditvertrag lag vor dem Beurkundungstermin vor, sodass alle ganz entspannt den Kaufvertrag unterzeichnen konnten. Die Immobilie war nach anderthalb Monaten erfolgreich verkauft worden. Zwischenzeitlich wurde auch eine passende Wohnung für das Verkäuferehepaar gefunden. Wir begleiteten den gesamten Prozess bis hin zur Schlüsselübergabe.

Dieser Fall zeigt, welche Gefahren beim Verkauf von Immobilien auftreten können. Die Wahl des richtigen Ansprechpartners hat hohe Bedeutung. Am Ende des Tages geht es nicht darum, sich öffentlich schön darzustellen. Es geht nicht um den schnellen Profit. Es geht darum eine nachhaltige Lösung für das Problem der Kunden zu finden. Es geht um Erfahrung. Es geht darum zu helfen und es geht um Vertrauen. Denn das ist was wirklich zählt…