Um die von der Corona-Krise angeschlagene deutsche Wirtschaft anzukurbeln, hat die Bundesregierung im Juni 2020 ein Konjunkturpaket auf den Weg gebracht. Hier wurde unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Was bedeutet das für den Kauf von Immobilien? Und was ist die Mehrwertsteuer eigentlich?

Mehrwertsteuer / Umsatzsteuer – Was ist das?

Die Umsatzsteuer, auch “Mehrwertsteuer” genannt, ist eine Steuer, die auf den Verkauf bzw. den Austausch von Dienstleistungen und Waren erhoben wird. Der Preis für ein Produkt inklusive Umsatzsteuer wird Bruttopreis genannt. Der Preis ohne Umsatzsteuer ist der Nettopreis.

Die Umsatzsteuer ist:

Eine Endverbrauchersteuer – denn die Steuerlast trägt der Verbraucher.

Eine indirekte Steuer – denn die Steuer wird von Unternehmen auf die verkauften Waren und Dienstleistungen erhoben und direkt an das Finanzamt abgeführt.

Eine Gemeinschaftssteuer – Die Einnahmen aus der Umsatzsteuer fließen Bund, Ländern und Gemeinden zu.

Eine Verkehrssteuer – Denn die Umsatzsteuer besteuert den Austausch von Waren und Dienstleistungen zu denen auch Dienste rund um die Immobilie gehören.

Senkung der Umsatzsteuer

Schauen Sie doch mal auf einen Kassenbon. Sicher fällt Ihnen auf, dass die ausgewiesene Umsatzsteuer aktuell 16% bzw. 5% beträgt. Das ist eine Folge der besagten Senkung der Mehrwertsteuer. Zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020 wird die Mehrwertsteuer wie folgt angepasst:

  • Regelsteuersatz: von 19% auf 16%
  • Ermäßigter Steuersatz: von 7% auf 5%

Manche Waren werden mit 16% und andere mit 5% besteuert. Welche Dienstleistung oder welcher Artikel wie besteuert wird ist oft nicht so leicht zu erkennen. Mit 5% werden zum Beispiel Erzeugnisse aus der Landwirtschaft wie Eier und Milch besteuert. Auch Bücher und Eintrittskarten ins Stadion oder Kino werden aktuell mit 5% besteuert.

Das System dahinter ist eher unverständlich und für normale Verbraucher*innen nicht wirklich logisch. An diesem Punkt können wir es auch nicht besser verdeutlichen als Franziska Zachert, Autorin bei smartsteuer.de, Sie sagt: “Nun ist es schon so, dass absolute Grundnahrungsmittel tatsächlich dem ermäßigten Steuersatz unterliegen. Brot, Butter und Milch haben 7 Prozent. Doch bei der Milch fängt es schon an, für Sojamilch werden 19 Prozent fällig. Kartoffeln – 7 Prozent, Süßkartoffeln – 19 Prozent. Äpfel – 7 Prozent, Apfelsaft – 19 Prozent. Froschschenkel, Wachteleier, frische Trüffel mögen für den ein oder anderen nach Luxus klingen. Im Mehrwertsteuer-Deutsch aber nicht, denn da sind sie Grundbedarf, 7 Prozent. Das galt früher auch für ein Reitpferd. Hier lautete die Begründung angeblich, dass man das Tier ja schließlich auch essen könne. Wer nicht gut sehen kann, zahlt bei einer Brille 19 Prozent. Wer schlecht hören kann, zahlt für ein Hörgerät 7 Prozent. Sagen Sie bei Ihrer Bestellung bei Mc Donald’s & Co „Zum Mitnehmen!“, sind im Preis nur 7 Prozent Mehrwertsteuer drin. Bei „Für hier!“ aber 19 Prozent. Als Kunde zahlen Sie natürlich den gleichen Preis…”

Senkung der Umsatzsteuer beim Kauf von Immobilien

Wenn Sie eine Immobilie kaufen, wird grundsätzlich keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Beim Kauf von Immobilien fällt die sogenannte Grunderwerbsteuer an. Diese beträgt in Berlin 6% des Kaufpreises.

Von der genannten Senkung der Umsatzsteuer profitieren Sie also nicht direkt beim Kauf von Immobilien. Dafür aber bei den Nebenkosten des Erwerbs. Dazu gehört zum Beispiel die Provision für die Vermittlung der Immobilie. Diese zahlen Sie in der Regel für die Leistungen einer Immobilienmaklerin oder eines Immobilienmaklers.

Wenn hier zum Beispiel 7.000,00€ Provision netto anfallen, dann sind das nach dem alten Steuersatz: 8.330,00€ brutto. Mit dem neuen Steuersatz von 16% sind es 8.120,00€. Sie sparen also 210,00€.

In der Praxis – Wie Sie profitieren.

Hier kommt es darauf an, wie Unternehmen mit der Senkung der Umsatzsteuer umgehen. Unternehmen können ihre Nettopreise so anpassen, dass der Verkaufspreis für Kundinnen und Kunden gleich bleibt. Das wäre eine versteckte Preiserhöhung. Kunden merken hier keinen Unterschied und das Unternehmen führt weniger Umsatzsteuer ab. So entsteht ein Plus in der Tasche des Unternehmens. Damit wird der Grundgedanke des Konjunkturpaketes, nämlich die Wirtschaft anzukurbeln und die Verbraucher zu entlasten, ausgehebelt. Die Entscheidung darüber ist weniger eine betriebswirtschaftliche, als mehr eine moralische und soziale. 

Bei MPW Immobilien geben wir die Senkung der Mehrwertsteuer direkt und transparent an Käufer*innen und Verkäufer*innen weiter. Im Zeitraum vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 finden Sie auf unseren Provisionsabrechnungen den verringerten Steuersatz von 16%. Damit ist die Endsumme günstiger und Kundinnen und Kunden werden entlastet.  Sollten Sie fragen zu diesem Thema haben, zögern Sie nicht und rufen Sie uns an. Wir geben Ihnen gerne Auskunft.

Dieser Artikel dient zu Ihrer Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.