Ergänzung November 2022

In den letzten Monaten hat der Zinsmarkt eine wilde Achterbahnfahrt hinter sich. Für viele Menschen ist der Traum von den eigenen vier Wänden in weite Ferne gerückt. Ob man sich Eigentum aktuell noch leisten kann, sollte unbedingt mit einem Profi besprochen werden. Genau so individuell wie die Wunschimmobilie ist auch die finanzielle Situation, in der sich potenzielle Käuferinnen und Käufer befinden. Hier lohnt es sich genauer hinzuschauen! Für aktuelle Informationen zum Zinsmarkt und zum Thema Finanzierungen empfehlen wir die Infoseite von Dr. Klein.

Ursprünglicher Beitrag:

Es war absehbar, dass die sehr niedrigen Kreditzinsen bei Immobiliendarlehen irgendwann wieder steigen. Dies ist nun zum Jahreswechsel 21/22 geschehen. Konnten Käufer*innen im Dezember oft noch für einen Zinssatz von 1% finanzieren, so ist es im Mai 2022 kaum noch möglich einen Zinssatz von unter 2% zu erhalten. Ein solch schneller Anstieg war bisher selten zu beobachten.

Nun könnte man sagen ein Zins von 2% sei immernoch sehr günstig, hat man doch seit der Wiedervereinigung regelmäßig Phasen erlebt, in denen der Zins bei 6% oder mehr lag. Das ist zwar korrekt, nur waren seinerzeit auch die Kaufpreise deutlich niedriger.

Wie sehr der Zinsanstieg Käufer belastet, zeigt folgendes Beispiel:

Familie Müller möchte eine Doppelhaushälfte für einen Kaufpreis von 500.000,00 € kaufen. Im Dezember 2021 lag der Familie ein Angebot für eine Finanzierung zu folgenden Konditionen vor: Zinssatz: 1,1% und Tilgung 2,2%. Bei einer Vollfinanzierung des Kaufpreises würde dies eine monatliche Rate von ca. 1.375,00 € bedeuten.

Im Mai 2022 hat Familie Müller nun die passende Immobilie gefunden, muss nun jedoch einen Zinssatz von 2,1% akzeptieren. Dies entspricht jetzt einer monatlichen Rate (Zins und Tilgung) von ca. 1.792,00 €. Ein Plus von 417 € im Monat.

Gleichzeitig leben wir in Zeiten einer hohen Inflationsrate und auch alles andere wird teurer. Was geschieht nun? Für noch mehr Familien ist der Erwerb einer Immobilie unwahrscheinlich geworden. Wir beobachten einen Rückgang bei der Nachfrage nach Immobilien von ca. 40% im Vergleich zu Dezember 2021.

Was bedeutet das nun für die Immobilienpreise und deren Eigentümer? 

Sinkende Nachfrage bedeutet meist auch sinkende Kaufpreise. Das „Rangeln“ um eine Immobilie ebbt langsam ab. Von weiter steigenden Preisen sollte man nicht ausgehen, eher von stagnierenden oder sinkenden Verkaufserlösen. Auch hier sollte man die Abhängigkeit vom Anstieg des Zinses beachten.

Wir kennen auch viele Kunden, die über ein gewisses Kapital verfügen. Zum Beispiel durch einen hohen Eigenkapitalanteil und ein überdurchschnittlich hohes Einkommen. Diese Interessenten treffen aktuell noch auf ein überschaubares Angebot, sodass sich Angebot und Nachfrage meist noch ausgleichen. Es ist jedoch absehbar, dass wieder mehr Immobilien auf den Markt kommen und gleichzeitig die Zahl solventer Käufer nicht steigt. Somit werden sich die Kaufpreise entsprechend regulieren.

Ganz wichtig ist, dass dies nie generell für sämtliche Typen von Immobilien gleichermaßen gilt. Auf die einen Typen hat die Zinserhöhung mehr Auswirkung, auf die anderen eher weniger.

Bei Fragen rund um das Thema Immobilien freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.