Beyond Digital – Was kommt nach der Digitalisierung?

Auswirkung der Digitalisierung. Junger Mann malt ein Bild und hat eine VR-Brille auf.

„Digitale Transformation“, „Digital Leadership“, „Digital Pioneers“ – täglich liest man neue Artikel, Kommentare und Buzzwords zu den Entwicklungen in der digitalen Welt. Diese zunehmend vernetzte Welt bietet für Unternehmen viele Chancen & Risiken. Wir befinden uns in einer Phase der Digitalisierung, die von Ängsten und Trends geprägt ist. Was bleibt ist die Frage nach dem richtigen Umgang. Wie bringen Unternehmen Routine in die Digitalisierung und was kommt danach?

Goldrausch Digitalisierung

Während das Thema Digitalisierung in manchem Arbeitsumfeld schon ausgelutscht ist, erwacht die Immobilienbranche erst langsam aus dem Winterschlaf. Dabei ist das Potenzial sehr hoch, viele Prozesse und Abläufe lassen sich digitalisieren und somit entsteht mehr Zeit für Dienstleistung direkt am Kunden. Doch der Fokus scheint woanders zu liegen. Überall schießen neue PropTech-Unternehmen und Agenturen wie Pilze aus dem Boden. Die Lösungen reichen von digitalen Tools zur Leadgenerierung bis hin zur digitalen Rundum-Verwaltung von Immobilien. Dabei scheint die Devise: „Hauptsache dabei sein und bloß nichts verpassen“. Ob eine Lösung wirklich sinnvoll und zielführend für das eigene Unternehmen ist, wird oftmals in den Hintergrund geschoben. Diese Unwissenheit lockt viele Quacksalber an und macht es eben den wenigen guten Anbietern digitaler Lösungen schwer sich zu etablieren. Branchen-Veranstaltungen sind überschwemmt von neue Eindrücken, Konzepten und Rednern zum Thema Digitalisierung. Daher der Appell: Digitale Lösungen müssen maßgeschneidert sein. Beschäftigen Sie sich mit dem Thema, entscheiden Sie was für Ihr Unternehmen zielführend ist und rennen Sie nicht blind los.

The Trend isn’t a friend

Zum Umgang mit digitalen Lösungen gibt es verschiedene Theorien. Entscheidet man sich für Nachhaltigkeit, ist es zunächst wichtig sich dem Strom an Informationen zu entziehen. Angst und blinder Aktionismus sind nicht angebracht. Erst wenn man eine Technologie versteht, kann man Sie gezielt einsetzen. Klären Sie erstmal die wichtigsten Fragen, Funktionen und die Philosophie dahinter. Eignen Sie sich die Basics an und machen Sie nicht den zweiten Schritt vor dem ersten. Nicht jeder neue Social-Media-Kanal ist wichtig, Google will verstanden und nicht überlistet werden. Entscheiden Sie selbst was wichtig ist.

Individualität vs. Automatismus

Man kann davon ausgehen, dass es für jeden analogen Prozess einen digitalen Helfer gibt. Folgt man dieser Denke, kann man jede Art & Weise im Unternehmen automatisieren. Darüber wie zielführend das ist, lässt sich streiten. Was in der Fertigung als Industrie 4.0 umgesetzt wird und Sinn macht, ist im Dienstleistungssektor mit Vorsicht zu genießen. Je höher der Grad der Automatisierung, desto geringer die Individualität. Ein Beispiel: Lebt Ihr Geschäft davon, Kunden in Zielgruppen zu verstehen und diese individuell anzusprechen? Dann spricht dies gegen eine automatische Antwortmail + Funktion x bei Interesse auf ein bestimmtes Angebot. / Oder bieten Sie eine einzigartige Dienstleistung am Kunden? Dann kommunizieren Sie genau so einzigartig in Social-Media und greifen Sie nicht auf redaktionelle Massenware zurück. Auch hier der Gedanke, welche Lösung macht Sinn und passt zu mir. Was will ich? Will ich Zeit, Flexibilität, Gewinn, Nachhaltigkeit, Fortschritt, Aufmerksamkeit, starke Inhalte, Individualität oder eben Automatismus?

How long is now?

Gerade heute müssen wir uns wieder verstärkt Fragen über die Zukunft stellen: Wie wollen wir zusammenleben, wie arbeiten? Was ist uns wichtig und was wollen wir verhindern? Wie lebenswert ist unsere Welt am Ende dieses Jahrhunderts? Die digitale Transformation bietet zahlreiche Chancen & Risiken egal ob im Privatleben oder in der Arbeitswelt. Wie wir damit umgehen, liegt in unserer Hand. Ob das Zeitalter der Digitalisierung nachhaltig zu unseren Gunsten verläuft oder uns im Endeffekt schadet, wird die Zukunft zeigen. Die Diskussion darüber wie eben jene Zukunft aussieht, überlassen wir aber lieber den Science-Fiction-Autoren, Historikern, Zukunftsforschern und Sozialtheoretikern. Bis dahin stellen wir uns der Herausforderung und gestalten den digitalen Wandel.

Digital, Postdigital, doch egal?

Wie die Luft und das Wassertrinken wird Digitales nur durch seine Ab- und nicht Anwesenheit bemerkt werden. Computer werden ein wichtiger aber unsichtbarer Teil unseres Alltagslebens sein: Wir werden in ihnen leben, sie tragen, sie sogar essen. Seht es ein – die digitale Revolution ist vorbei. Ja, wir leben in einem digitalen Zeitalter, soweit es uns Kultur, Infrastruktur und Wirtschaft erlauben.“ erklärt der ehemalige Chef des MIT Media Labs Nicholas Negreponte. Diese treffende Aussage schuf der Wired-Kolumnist Negroponte bereits 1998 in einer Veröffentlichung unter dem Titel „Beyond Digital“. Im Kern beschreibt er die Natur der Digitalisierung. Technologien die selbstverständlich und damit unsichtbar werden sobald sie von der breiten Masse genutzt werden.

Als bestes Beispiel dient das Smartphone. Was vor 10 Jahren noch revolutionäre Technologie war, ist heute international zum mehr oder weniger nützlichen Alltagsbegleiter geworden. Wann also die Digitalisierung „abgeschlossen“ ist, lässt sich nicht genau definieren. Denn für den Punkt des Fortschritts an dem wir uns befinden, gibt es keine allgemein gültige Definition. Durch das ständige Aufkommen neuer digitaler Lösungen, bleibt die Vorstellung darüber wie digitalisiert Alltag & Unternehmen sind, subjektiv. Diese Menge und Geschwindigkeit mit der digitale Technologien unseren Alltag durchdringen, überfordert viele Menschen noch immer. Das Gefühl „den Anschluss zu verlieren“ wird sich erst legen, wenn neue Technologien, genau wie einst das Smartphone, auf ein breites Verständnis in der Bevölkerung treffen.

…und jetzt?

Unternehmen müssen lernen, neue Technologien zielführend einzusetzen. Nicht jeder Hype macht auch Sinn. Zunächst sollte man die eigenen Kunden, Prozesse und die eigene Kommunikation betrachten und verstehen. Dann finden sich digitale Lösungen die ein Unternehmen unterstützen oder sogar revolutionieren. Im Grunde geht es darum, das eigene Unternehmen nachhaltig konkurrenzfähig zu machen. Damit orientiert sich der Einsatz digitaler Lösungen auch immer an der eigenen Branche. Was bleibt ist die Frage nach der Motivation: Will man ein Vorreiter oder ein Nachzügler sein? Schwimmt man mit oder gegen den Strom? Oder sitzt man vielleicht am Ufer und schaut entspannt auf das bunte Treiben?

In eigener Sache

Die Inspiration zu diesem Beitrag liegt in unserer täglichen Arbeit. In vielen Diskussionen und Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung in der Immobilienbranche zeichnet sich ein klares Bild ab. Ein Bild darüber, wo die Branche hierbei steht und wohin sie sich entwickelt. Wir möchten dazu motivieren, die Hemmschwellen abzubauen und neuen Impulsen mit offenen Armen zu begegnen. Wie diese Entwicklung aussieht, dafür ist jeder selbst verantwortlich. Als verantwortungsvolles Familienunternehmen ist uns das Thema Digitale Transformation sehr ernst. Bekräftigt durch die neue Ausgabe der t3n zum Thema „Digitalisierung: Was kommt danach?“ haben wir uns entschlossen, einen Text zu diesem Thema zu schreiben.

Nach einer jahrelangen Odyssee mit Agenturen und Dienstleistern digitaler Lösungen haben wir uns 2017 entschieden, eine eigene Abteilung für Digitalisierung aufzubauen. Seitdem arbeiten zwei Mitarbeiter in den Bereichen Programmierung, UX-Development, Content-Management, Digitalisierung und Social-Media. Ziel ist es, auch zukünftig flexibel und nachhaltig zu sein. Damit mehr Zeit bleibt für das was wirklich wichtig ist: Die individuelle Dienstleistung am Kunden. Denn wir wissen: Das Vertrauen zählt!

Sie interessieren sich für individuelle Inhalte rund um das Thema Immobilien? Dann laden wir Sie ein, unseren Blog zu besuchen. Sollten Sie Fragen zu den aufgeführten Beiträgen  haben, zögern Sie nicht und sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gern.

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